TSV Leipzig 76

Spielberichte 2007


15.12.2007: Quo Vadis Lausbuben

Tränen vor und nach der Meisterschaft

In der Pokalendrunde noch knapp an Lemon Tree gescheitert, einen guten 2. Platz belegt, doch wissentlich der Schwierigkeit der Meisterschaftsverteidigung eine Woche später wohl bewusst geht man jetzt bei den Lausbuben des TSV Leipzig 76, nach Platz 4 in der Endrunde hinter VVC Leipzig, Schkeuditz 2000 und Lemon Tree schwierigen Zeiten entgegen.

Dabei schmerzen nicht so sehr die beiden klaren Niederlagen gegen Pokalsieger und gegen den Neuen Meister VVC Leipzig, wohl aber die Hintergründe die zum spielerischen Blackout geführt haben. So gesehen steht der Meister von 2006 und Ligaprimus der A1 zur Zeit an einem Scheideweg und in die nächsten Wochen muss entschieden werden, in welche Richtung der Lausbubenexpress rollen soll.

Die Lausbuben, in der laufenden Saison noch verstärkt durch jugendlichen Elan und spielerische Routine, waren trotz zweimaliges wöchentlichen Training sowie Testspielsieger gegen das komplette Bezirksligateam des eigenen Vereins nicht in der Lage, die Taktik und das Training moderner Angriffs- und Abwehrsysteme im Ernstfall umzusetzen. Die Ursachen für diesen krassen Unterschied von gutem Trainings zu schlechten Wettkampfergebnissen scheinen jedoch tiefer zu stecken, als der geneigte Leser oder Betrachter vermutet. So hat Lausbubenspielertrainer selten den kompletten Spielkader, der sich aus ca. 12 Gefährten zusammensetzt, bei den Trainingseinheiten zusammen. Zum anderen können oder wollen einige Spieler sich nicht an die neuen Methoden gewöhnen und machen offen Front gegen den engagierten Trainer.

So wird das 5:1 Spielsystem, von Meister VVC mit einem gartenzwerggroßen Zuspieler in Perfektion vorgetragen, durch einen großen Teil der älteren Spieler negiert, weil die Mannschaft es angeblich noch nicht umsetzen kann. Angesichts der 2-3 Zuspieler im Kader allerdings eine logische Konsequenz, will man sich im Spieljahr 2008 gegen die starken Mitbewerber VVC Leipzig, Lemon Tree, Schkeuditz 2000, Grünau Bulls und Taucha behaupten.

Nach Ausklang des Jahres 2007 und dem Trocknen der Tränen über die verpassten Chancen in Pokal und Meisterschaft wird man sich Anfang Januar entscheiden müssen, wohin der Weg gehen soll. Dabei sollte jedem der Leitsatz vor den Augen stehen, in dem es heißt: „Stillstand bedeutet Rückschritt“ und wer will schon wieder Trabi fahren, wenn er einmal im Mercedes gesessen hat?

Mario Walden
Spielertrainer Lausbuben

15.11.2007: Den Platz an der Sonne zurückerobert

Lausbuben behalten kühlen Kopf bei den "Billardkugeln" in Leipzig-Plagwitz

Zum letzten Spiel der Saison ging es am 15.11.2007 in die Höhle des Löwen zum amtierenden Pokalsieger und Supercupgewinner Bi Ba Bo. Zwar waren für das Spieljahr schon alle Messen gesungen, doch galt es die im Fernduell verlorene Tabellenführung gegen Schkeuditz 2000 zurück zu erobern. Bereits zum 4. Mal in diesem Spieljahr kam es zum Duell der beiden. Auf der Habenseite der Grünauer Lausbuben stand der 3:1 Sieg im Hinspiel, eine schmerzliche 0:3 Niederlage beim prestigegeladenen Supercup in der Arena Leipzig vor 300 Zuschauern (hier spielt in jedem Jahr vor einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft der Pokalsieger gegen den Meister) stand als dickes Minus und der 3:1 Sieg im Pokalhalbfinale der laufenden Saison wieder für ein deutliches Plus. Zwar war das Saisonrückspiel von keiner Bedeutung zum Erreichen der Endrunde, aber der Klassiker versprach wie immer Spannung pur.

Auch ohne die fehlenden Stammspieler Marco Täschner und Torsten Radeck begann der Lausbubenexpress souverän, die Außenangreifer Frank Siebenhüner und Stefan Treske punkteten nach Belieben aus einer sicheren Annahme heraus. Doch als es galt den Sack und den Satz zuzubinden, kam Sand in das Grünauer Getriebe. Mehrere Angriffe gingen ins Netz und Bi Ba Bo witterte ihre Chance und nutzte sie entschlossen zur 1:0 Satzführung.

Die Pausenansprache von Spielercoach Mario Walden und seine Einwechselung brachte dann im 2. Satz wieder klare Verhältnisse und die Grünauer auf die Siegesstraße zurück. Durch hohe Qualität der Annahme und einen variablen Angriffsaufbau mit schnelleren Bällen über die Außenangreifer wurden die Sätze 2 und 3 mit deutlichem Vorsprung gewonnen.

Scheinbar ungehört wurden die Worte des Trainers, als er zum Pausengetränk vor Durchgang vier vor der Moral des Supercupgewinners warnte: „Wenn wir denken, die legen sich jetzt auf den Rücken und ergeben sich, liegen wir falsch“! Nach ausgeglichenen Beginn wurde auf TSV Seite immer wieder leichte Bälle vergeben, Aufschläge ins Aus gesetzt und so eine deutliche Führung verpasst. Zwar konnte man sich zur Satzmitte mit einem Vorsprung auf 4 Punkten zum 19:15 absetzen, doch in der Aufstellung mit Zuspiel über Läufer von der Position I wollte einfach kein Spielvorteil gelingen. Plötzlich führten die Plagwitzer mit 21:19 und ihr Superangreifer (mit der Nummer 8) donnerte eine Angriffsalve nach der anderen in die Grünauer Verteidigung, es drohte gar die Verlängerung. Der Ligaprimus wankte kurz, doch er fiel nicht, die Annahme stand, Routinier Siebenhühner an der Grundlinie brachte 3 Aufschläge wirkungsvoll übers Netz und dann gab es beim 24:23 den 1. Matchball. Abwehr hoch auf Position 3, der überraschende Pass auf Oldie Detlef Rau und dem erstmalig von Beginn an eingesetzten Zuspieler war es gegönnt den letzten und entscheidenden Ball im gegnerischen Feld zu platzieren.

Damit endete der vierte Vergleich der Giganten mit einem 3:1, genau wie die Saisonbilanz der beiden Vereine. Weitere Vergleiche für das nächste Jahr? Leider Fehlanzeige, denn die Bi Ba Bo Männer haben sich mit ihrem dritten Tabellenplatz immerhin für die A2 Klasse der Hobbyliga qualifiziert, während die TSV Leipzig 76 Lausbuben in der Premier Leaque A1 zu Hause bleiben.
Übrigens haben sie auch in diesem Jahr im Pokal- und in der Meisterschaftsendrunde wieder die Chance für das erreichen des Supercupfinals.

Am 08. und 15. Dezember 2007 sind dann wieder die beiden Finalturniere. Da werden die rührigen Organisatoren der Hobbyliga um Jörg Meier, Klaus Becker, Gerald Kuhnert und Hardy Bittner gemeinsam mit SV Lok Engelsdorf in der Sporthalle des Gymnasium wieder tolle Volleyballkost zelebrieren.

Favoritenrolle der Lausbuben für die Endrunden? Fehlanzeige, kassierte man doch gegen die Jungs vom Rollfeld, (Schkeuditz 2000) die beiden einzigen Niederlagen in diesem Jahr und auch der VVC 90 und Lemon Tree als Staffelsieger der A2 und A3 haben mächtig an Spielerpotential aufgerüstet, um am Ende einen Platz auf dem obersten Treppchen zu erreichen.

Mario Walden
Spieler-Trainer
Lausbuben im TSV Leipzig 76
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