Spielberichte 2008
04.03.2008: Pflichtsieg mit Schönheitsfehlern
Bereits zum 3. Sieg im 3. Spiel gelangten am 04.03.2008 die Lausbuben in der Hobbyliga der A1 Leistungsklasse. Zugegeben der Aufsteiger aus Taucha war nicht die ganz große Nummer beim Heimspiel in der TSV Arena, doch auch die wollten erst einmal besiegt werden. Das 3:1 sieht zwar deutlich aus, aber zumindest bei genauerer Betrachtung gibt es zumindest bis zur Landesmeisterschaft am 15. März in Nauenhof noch einiges zu feilen.Im ersten Satz konnte der Stammsechser, der durch Ersatzlibero Detlef Rau hervorragend komplettiert wurde, einen souveränen 25:14 Gewinn verbuchen. Sichere Annahme und variables Angriffsspiel vor allem über die Außenpositionen überforderten die Hobbyspieler aus dem Leipziger Osten sichtlich.
Bei 4 Spielern auf der Bank sollte natürlich gewechselt werden, so geschehen in Durchgang zwei, doch wie so oft bringt das nicht immer Ruhe ins Spiel, sondern sorgt für Unordnung, vor allem wenn die Forderung nach hoher sicherer Annahme nur ungenügend umgesetzt wird. So musste am Ende wieder die Brechstange eingesetzt werden als mit der Rochade, Begriff aus dem Schach: ein Zug bei dem zwei Figuren (König und Turm) gezogen werden. Der Zweck ist es den König aus der Mitte zu holen, aber dabei nicht dem Turm am Rand einzusperren. Hierbei dürfen weder der Turm noch der König vorher gezogen haben, wird im Volleyball beim Doppelwechsel von Zuspieler (Turm) und Diagonalangreifer (König) gerne auch verwendet, die Entscheidung zum 25:22 erzwungen wurde.
Was einmal gut geht wird wieder probiert, also auf zum letzten Satz mit der Anfangsformation aus Durchgang zwei, doch leider ohne Erfolg, sondern mit dem Ergebnis jubelnder und führender Tauchaer. Doch keine Bange wir tauschen mal wieder den König mit dem Turm, doch was ist los mit dem Teamgeist? Im Stile eines Kevin Kurany wird dem Wechselspieler und dem Trainer der Handschlag verweigert? Die Folge Satzverlust vom dritten Abschnitt, mit 20:25. Droht hier wieder eine Verlängerung?
Jetzt werden keine Experimente mehr gemacht, denn das Siegerbier ist bereits kalt gestellt! So beordert der Trainer die Formation vom Spielbeginn aufs Feld zurück und besiegt die tapferen Tauchaer mit 25:15. Bleibt die Frage welches der hässlichere Fleck auf der noch weißen Weste ist, der verlorene Satz oder der schlechte Spirit? Die Sachsenmeisterschaft wird die nächste Antwort auf diese Frage bringen.
Das Bier wurde trotzdem getrunken von: Marco Täschner, Stefan Treske, Torsten Radeck, Thomas Uhlemann, Gerit Heinze, Ralf Klingenberg, Detlef Rau, Andreas Heide, Falco Klymant, Thomas Becker und
Spielertrainer
Mario Walden
18.02.2008: Der Flug des Kranich
oder die Weisheiten eines Trainerjobs
(Spielbericht von Mario) Es gibt Lieblingsgegner und Angstgegner, zu denen aus Lausbubensicht zweifelsohne Schkeuditz 2000 gezählt werden kann, denn die Spielstatistik spricht eindeutig für die Jungs aus der Nähe des Großflughafens. Sieht man von den Unentschieden bei den Meisterschaftsrunden 2006 und 2007 ab, gab es bisher nur Niederlagen zu vermelden.Am 18.02.2008 kam es in der TSV Arena zum ersten Aufeinandertreffen der noch jungen Saison. Schkeuditz mit der Bürde eines 0:3 gegen den Pokalsieger Lemon Tree, die Lausbuben mit Schwung des Meisterbezwingers, einem 3:2 Sieg gegen VVC 90, auf dem Konto.
Auch von personeller Spielerdecke lag die Qual der Wahl eindeutig beim Spielertrainer der Lausbuben, denn die 11 Spalten im Protokoll waren voll und reichten nicht mal für alle Anwesenden. Die Schkeuditzer Betreuerin hatten beim Eintragen ihrer 7 Spieler eher ein leichtes Arbeiten.
Der erste Satz wurde nach ausgeglichenen Beginn am Ende dank eines variablen Spielaufbaus sicher mit 25:20 gewonnen. Jetzt wagte der Trainer entgegen seinem Naturell den Wechsel auf 3 Positionen und nach anfänglicher Führung machte der Gegner einen Zwischenspurt und führte bereits mit 4 Punkten. An dieser Stelle wurde die Notbremse gezogen und mit Gerit Heinze kam der Zuspieler von Durchgang eins wieder aufs Feld zurück. Mit dem Ergebnis, dass in einem wahren Spielrausch der Schkeuditzer Flieger vom Lausbubenexpress mit 25:20 regelrecht überrollt wurde.
Erneuter Spielerwechsel im 3. Satz, wer die Wahl hat, hat auch die Qual, so gesehen ging der Durchgang mit 25:14 deutlich in die Hose und die eigene Trainerweisheit „Never change a winning Team“ bewahrheitete sich als wieder einmal klares Absurdum.
So half dem Trainer nichts anderes, als eben dieses Team im Durchgang vier wieder aufs Feld zu schicken. Doch die Brechstange half nicht mehr, das Flugzeug der 2000 hatte bei seinem Flug an Höhe gewonnen und jagte bereits mit Überschallgeschwindigkeit in Richtung fünfter Satz über Grünau hinweg. 23:19 zeigte die Anzeige für die Piloten aus dem Norden, da nahm der ergraute Trainer das Leuchtfeuer (Orangelibero) vom Feld und der Schkeuditz - Jet kam trotz 24:20 noch vom Kurs ab und stürzte im Blindflug beim 27:25 in den Kulkwitzer See.
Bereits am 03.März 2008 gibt es das nächste Heimspiel der Lausbuben, dieses Mal kommt der Gast aus Taucha und gilt als Aufsteiger aus der A2 als ernst zu nehmender Gegner.
Anbei wieder das Spielprotokoll mit dem denkwürdigen 1. Sieg über Schkeuditz 2000 mit allen eingesetzten Lausbuben und die Gewissheit, dass zumindest das Wechselgeschäft gut floriert hatte an diesem Abend.
02.02.2008: Ohne Fünf gewinn Zwei
oder wie Orange zur Modefarbe wurde
Pegau ist eine Reise wert, noch dazu wenn in diesem kleinen verwinkelten Ort an der Bundesstraße B2 der Straßen - Karneval tobt. So geschehen am 02.02.2008, als der TSV Lobstädt in der Sporthalle „Filze“ zum BFS – Bezirks – Cup „Ran ans Netz“ eingeladen hatte. Die rührigen Organisatoren um Ihren Chef Steffen Grosser hatten es immerhin erreicht, 3 Damen- und 7 Herren-Teams aus Leipzig und Umgebung in wohl eine der schönsten Turnhallen des Freistaats zu locken. Und um es vorwegzunehmen, sie haben es geschafft, zusammen mit dem BFS Bezirks-Wart Thomas Michael, eine tolle Veranstaltung in die Faschings – Hochburg zu zaubern.Ohne Ambitionen waren die Lausbuben des TSV Leipzig 76 die Elster entlang angefahren, denn mit den Außenangreifern Stefan Treske (1), Frank Siebenhüner (2) den Mittelblockern Torsten Radeck (3) Thomas Uhlemann (4) sowie Thomas Becker (5) konnten allein 5 Trumpfkarten nicht in das Unternehmen Titelverteidigung eingreifen. So hatte Spielertrainer Mario Walden das Tagesmotto ausgegeben: „ Spaß am Spiel haben und sehen was dabei heraus kommt“.
Zumindest bei der Anzahl der Spieler hatten immerhin 9 Gefährten den Sonnabend frei bekommen, um an das runde Leder zu schlagen. So wurde in den ersten beiden Partien des Tages, gegen den Gastgeber und die Hobbyspieler der VCS Neukirchen die optimale Aufstellung gesucht und mitunter kräftig durchgewechselt. Beim 2:0 über den Gastgeber gab es noch die eine oder andere Kante zum nachschleifen, allerdings war Neukirchen beim 25:9 und 25:4 auch nicht gerade der ideale Prüfstein für das Halbfinale am frühen Nachmittag. Jedoch gab es auch Neues bei den Lausbuben zu sehen, denn erstmalig wurde das zur neuen Ausstattung gehörige orange Liberotrikot eingeweiht und der Routiner Uwe Schönherr trug nicht nur für die anwesenden Damenwelt zur Schau, sondern zeigte auch dass er als über „Vierziger“ nicht nur gut aussieht, sondern auch gut damit spielen kann.
Aus der Vierer-Staffel hatte sich in einem doch spannenderen Vorrundenverlauf die junge Mannschaft des SV 1900 Flößberg für das Halbfinale gegen die Lausbuben als Gruppen-Zweiter qualifiziert. Als Empfehlung ein knappes 24:26 gegen den Meister der Hobbyliga, den VVC 90 Leipzig. Der erste Satz wurde von den Grünauern deutlich mit 25:18 gewonnen, dennoch haderte der Coach mit den Konzentrationsschwächen am Ende des Satzes, die es ermöglichten, dass die aus der Nähe von Borna kommenden Freizeit-Volleyballer ins Spiel zurück kommen konnten. So auch der knappe Ausgang im 2. Satz verdeutlicht, als man am Ende durch einen guten Block von Zuspieler Gerit Heinze, dem besten Angreifer von Flößberg den Nerv zog und in der Folge den Satz knapp nach Hause fuhr.
Das Finale wurde dann zu einem Schaulaufen für beide Finalisten und mit dem VVC 90 auch der erhofft Starke, der entgegen dem noch vor 2 Wochen in eigener Halle 2:3 Niederlage, auch ihren starken Linkshänder wieder an Bord hatten. Auf Hauptfeld wurde das letzte Spiel des Tages ausgetragen, mit Moderation von Thomas Michael, der sonst die Regionalligaspieler der TSG Markkleeberg bei Ihren Heimspielen nach vorne peitscht. Vor über 100 Zuschauern wurde dann ein Match hingelegt, dass getrost als Werbung für den Breitensport gesehen werden kann.
Die Lausbuben von der Welle getragen, Nichts verlieren zu können, legten los wie die Feuerwehr und führten bereits mit 8:4, doch der VVC im Stil eines Champions konterte und schob sich auf 12:9 nach vorn. Der Zuspieler wurde zunächst bei den Grünauern gewechselt, doch zunächst ohne sichtbaren Erfolg. Bei 23:20 für den VVC schien der Satz gelaufen, doch die Lausbuben kamen noch einmal wieder und hatten die Chance zum Ausgleich, die jedoch überhastet weggegeben wurde. So triumphierte der Meister mit 25:23 denkbar knapp.
Ein neues Bild in Durchgang 2, wie entfesselt legen der TSV Leipzig 76 los, bis zu 9 Punkte Vorsprung lag man bereits in Front, doch man hatte in diesem Spiel wohl über die Verhältnisse gelebt und beim 24:20 gehofft den Vorsprung in die Entscheidung retten zu können, doch ein knapp ins Aus geschlagenen Ball des Spielertrainers und 2 weitere nicht genutzte Annahmesituationen nahmen die VVC 90 Spieler um Ihren Zuspielgott „Rodrigo“ in die Hand und gaben den Vorteil bis zum 29:27 nicht mehr aus der Hand.
Beim anschließenden gemeinsamen Bier, war man sich dann aber sofort wieder einig, gemeinsam bei der Landesmeisterschaft in Nauenhof am 02.03.2008 für eine Überraschung in Sachsen zu sorgen.
Die Lausbuben hoffen bis zu diesem Termin dann wieder mit einen anderen Zählreim aufwarten zu können, der da lautet: „Mit Sechs, Spiel Sieben, Farbe Orange, hoch Drei Gewinn Eins“!
Nachzutragen bleibt das Ergebnis der 3 Damenteams, in einer doppelten Runde hatte die VSG Leipzig 2000 die Nase vor Bullshit Dölzig und SV 1900 Flößberg vorn.
Für die Lausbuben des TSV Leipzig 76 kämpften im Konfetti verschneiten Pegau zur besten närrischen Zeit: Ralf Klingenberg, Andreas Heide, Uwe Schönherr, Holger Winter, Steffen Geinitz (genannt Lumpi), Falco Klymant, Gerit Heinze, Marco Täschner und Mario Walden
Mario Walden
spielender und schreibender Trainer der Lausbuben
23.01.2008: Wie Phönix aus der Asche
oder Totgesagte leben länger
Sie waren ausgezogen, um Erfahrung zu sammeln und vielleicht einen Satz zu gewinnen beim frisch gebackenen Meister aller Klassen der Hobbyliga Leipzig. Schon das Finden der Halle war eine logistische Herausforderung und in dem doppelten Klassenzimmer blieb nur wenig Zeit, um einige Armkreisungen vorzunehmen und ein paar Bälle über das antennenlose löchrige Netz zu schleudern.Der Beginn für die Lausbuben jedoch sehr verheißungsvoll, man ging in Führung und freute sich über einen 7:4 Zwischenstand, doch dann passierte so gut wie nichts mehr auf dem Feld. Der Sechser stellte seine Arbeit ein und der VVC 90 dominierte nach Belieben, ja er führte seinen Gegner über die Stationen 7:10 und 7:14 regelrecht vor. Wechsel und Auszeiten brachten nichts als kurze Pausen ein. Dazu kam eine Schiedsrichterin, die mit dem Dampfhammer und der Konsequenz, wie sie ein Bundesliga–Referee nicht besser umsetzen könnte, sogar Aufstellungsfehler ahndete. Als dann dem spielendem Trainer das Beantragen einer Auszeit verwehrt wurde, glaubte man sich in einem schlechtem Film, schließlich spielt man doch Hobbysport, aber scheinbar wurde hier mit unterschiedlichem Maßstab gemessen, denn der VVC 90 machte da für sich selber einige Abstriche bezüglich einheitlicher Bekleidung mit Spielernummern und einer für den Wettkampf nicht zugelassenen Netzanlage. Doch zurück zum Spiel, dessen 1. Abschnitt mit 25:13 für die Lausbuben sprichwörtlich “in die Hosen“ ging.
Im 2. Satz schworen sich die Kameraden zusammen und ein neuer Geist schien zu erwachen, denn plötzlich agierte man mit dem Meister auf Augenhöhe, die zwar ohne ihren Zuspielgott spielten, doch dessen eingewechselter Stellvertreter kombinierte mindestens ebenbürtig. Und plötzlich stand es 24:24, doch ein Angriff des VVC und ein Annahmefehler besiegelten das Schicksal der Gefährten und wir lagen nach Sätzen mit 0:2 hinten. Guter Rat war teuer beim Trainergespann Heide/Walden, die ihre Anfangsformation vom Durchgang eins zur Rehabilitation in den dritten Durchgang auf das Feld schicken. Zwar wurde das 5:1 Spielsystem wegen drohender Aufstellungsfehler durch Einwechslung eines zweiten Zuspieler wieder deaktiviert, doch stockte die Angriffsmaschinerie des VVC und Aufschlag, Block und Angriffe der TSV-ler sorgen für Punkt um Punkt und der Vorsprung wuchs deutlich an. Die mitgereisten Fans trauten ihren Augen kaum, als der Satz mit 25:17 klar gewonnen wurde.
Jetzt kam der VVC - Gott zurück und wollte das Spiel richten und entscheiden, doch die Lausbuben hatten Gefallen gefunden an diesem Abend und wollten noch lange nicht die Heimreise nach Grünau antreten. Frech spielten sie auf, auch die Mittelangreifer trugen sich mehr und mehr in das Buch der guten Taten des Trainers ein und plötzlich klappte auch das in den letzten Wochen oft trainierte und diskutierte moderne Spielsystem. Zwar wurde es am Ende noch einmal eng, doch auch der letzte Angriff über die Position 4 ging auf VVC-Seite zu Boden und es stand 25:23 und der Tie-Break musste die Entscheidung bringen.
Auch hier begann der TSV Leipzig 76 druckvoll und konnte sich absetzen, doch konterte der Gastgeber und durfte bei 8:7 Führung zum letzten Mal die Seite zuerst wechseln. Allerdings der einzige Vorsprung, denn mit dem Fanblock im Rücken übernahmen die Lausbuben wieder die Kontrolle und siegten glücklich aber verdient mit 15:12 für die erste Sensation der jungen Saison. Danach schmeckte das Bier an diesem Abend besonders gut. Ein denkwürdiger Sieg, dessen Protokoll verdient für die Ewigkeit im Internet zu stehen.
Für die Lausbuben spielten, kämpften und schrien am 23.01.2008 in der Turnhalle Konradstr.: 1 Andreas Heide, 4 Gerit Heinze, 6 Detlef Rau, 9 Ralf Klingenberger, 10 Marco Täschner, 11 Holger Winter, 13 Stefan Treske, 22 Thomas Uhlemann, 24 Mario Walden, 25 Falco Klymant und die 5 vom Fan-Club Treske
Mario Walden
stolzer Spielertrainer der Lausbuben aus dem TSV Leipzig 76